Mein treuer Begleiter - Käse!

Moin ihr Lieben!

Seit Herbst 2014 werde ich von meinem Hund Käse begleitet. Ich könnte mir keinen treueren Begleiter vorstellen und möchte ihn euch heute noch näher vorstellen. Dafür habe ich eure Fragen gesammelt und fange mit den wichtigsten Fakten an. 

Name: Käse - sein Züchtername ist jedoch „Artic Rose Chester“ 

Alter: 6 - er ist am 10.03.2014 in Amerika geboren / er war etwa 6 Monate alt, als er zu uns kam

Rasse: Miniatur American Shepherd 

Geschlecht: Rüde

Als Käse nach Deutschland kam, sollte er planmäßig in den Deckeinsatz gehen, sobald er alt genug ist. Doch hier angekommen, stellte die Züchterin fest, dass Käse eine Kieferfehlstellung hat und mit seinem Unterbiss auf keinen Fall in ihre Zucht gehen kann.

Ich habe einen halben Ordner mit Gentest, Stammbuch und co. von Käse - doch eine Fehlstellung des Kiefers, schien in Amerika kein Problem zu sein. Da die Züchterin, die Käse gekauft hat, jedoch viel Wert auf eine gesunde Zucht legt, hat sie für Käse ein neues Zuhause gesucht. Warum Käse eigentlich Käse heißt, hängt mit seiner Auswanderung nach Deutschland zusammen. Chester ist eine Käse Sorte und was war da naheliegender, als "Käse" zu seinem Rufnamen zu machen. Es ist immer wieder amüsierend, wie Leute schauen, wenn ich ihn rufe. 

Als wir im August 2014 Mamas Welpen, ganz spontan auf einem Sonntagnachmittag, aus dem Harz abholen wollten, konnten wir noch nicht ahnen, dass wir mit zwei Hunde zurück fahren werden. Bis zu dem Tag habe ich nie darüber nachgedacht, einen eigenen Hund zu mir zu holen. Ich war im Studium, habe mit Patrick in einer Stadt gewohnt und hatte einfach nie mit diesem Gedanken gespielt. Als der kleine Käse dann aber durch die Küche der Züchterin flitzte, war es schon passiert. LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK! 

Patrick wurde nur noch obligatorisch gefragt, ob es für ihn O.K. sei und dann wurde auch schon ein zweiter Kaufvertrag ausgefüllt. Käses Einzug bei uns war so spontan, dass wir nicht mal ein Körbchen für ihn hatten und er die ersten Tage in einem Karton schlief. 

Ich bin mit Hunden aufgewachsen und war mir der Verpflichtung dadurch bewusst, sonst wäre ich so einen Schritt nicht einfach so gegangen. Bereut habe ich diese spontane Entscheidung nie und ich kann mir nicht mehr vorstellen, wie es ohne ihn ist. 

Auch wenn ich mit Hunden aufgewachsen bin, musste ich in unserem Bundesland den „Hunde Führerschein“ absolvieren, um einen Hund anmelden zu können. Unsere Familienhunde waren immer durch meine Eltern angemeldet und dadurch war ich selbst nie Hundehalter gewesen. Das ist ein bisschen kompliziert. Der „Hunde Führerschein“ besteht aus einem Theorieteil und einem Praxisteil. Damit Käse und ich die praktische Prüfung bestehen konnten, habe ich mit ihm die Hundeschule besucht. Es ging natürlich zum einen um die Grundausbildung eines Hundes und dann um die Dinge, die in der Prüfung abgefragt werden. Ich habe auch früher schon mit unseren Hunden die Hundeschule besucht, daher war das nicht alles neu für mich und Käse ist auch einfach so unfassbar gelehrig. 

Über seinen einzigartigen Charakter könnte ich euch stundenlang vorschwärmen. Nicht nur, dass er super gelehrig ist, er möchte auch immer gefallen und alles richtig machen. Er prägt sich Tagesabläufe und Routinen super schnell ein und ich muss bei vielen Dingen gar kein Kommando mehr aussprechen. Außerdem ist er absolut menschenbezogen und sucht meine Nähe den ganzen Tag. Ich genieße dieses Verhalten sehr, auch wenn ich oft aufpassen muss, dass ich nicht über ihn falle. Manchmal läuft er so diChat „Beifuß“, dass ich ihn nicht sehe und ihn die ganze Zeit rufe. (Kommt tatsächlich häufig vor!) Er kennt seine Grenzen und überschreitet diese nur selten. Und weil ihr gefragt habt, zähle ich euch nun die wenigen Dinge auf, die mich an Käse „stören“. Dazu muss man aber auch ergänzend sagen, dass der ein oder andere Punkt auf meine Erziehung zurückzuführen ist und ich es Käse somit nicht vorwerfen kann.

Käse ist genauso so eifersüchtig, wie anhänglich. Er ist sehr stark auf mich geprägt und wenn die Katze oder Patrick mehr Aufmerksamkeit bekommen als er, dann protestiert er deutlich. Wenn ich dann eine deutliche Grenze ziehe und sein Verhalten korrigiere, respektiert er das auch, dennoch versucht er erstmal meine Aufmerksamkeit voll auf sich zu lenken. Wie gesagt, gerade diese „Unart“ geht voll auf meine Kappe und ich war da einfach teilweise zu nachsichtig (habe mich ja auch insgeheim gefreut, dass er mich so „lieb“ hat. *zwinker*). Ein paar Beispiele, wie Käse auf sich aufmerksam macht. Wenn ich mit der Katze kuschel, dann kommt er einfach an und legt sich auf die Katze, die dann natürlich ganz schnell das Weite sucht. Da bin ich selbstverständlich konsequent und Käse bekommt seinen Willen nicht. Dadurch ist dieses Verhalten auch selten geworden, trotzdem schafft er es hin und wieder unsere Kuscheleinheit zu stören, weil ich ihn nicht schnell genug kommen sehen habe.

Wenn ich Patrick umarme, dann wird Käse kreativ - er weiß ganz genau, wie er mich kriegt. Erst versucht er uns zu trennen, indem er ein paar mal aufbellt, wenn ich ihm das Bellen dann aber verbiete, fährt er härtere Geschütze auf. Jetzt tut er alles, um das Hundemamiherz zu erweichen. Angefangen beim Bringen seines Lieblingsspielzeuges (oh dazu möchte ich euch gleich auch noch etwas erzählen), über Abrufen der niedlichsten Tricks, bis hin zum vorsichtigen Körperkontakt suchen. Ganz geschickt drängt er sich dann ganz langsam zwischen uns. Ich nehme es mit Humor, da er sich auch in diesen Situationen „korrigieren“ lässt und es eben mein Fehler war, ihm die geforderte Aufmerksamkeit zu schenken. 

Um mir das Ganze schön zu reden, betrachte ich dieses Verhalten aus Käses Sicht: 

„Hi, ich bin Käse und begleite Saskia jeden Tag - überall hin. Zu den Pferden (wo ich super gerne bin), zu Freunden, an ihren Schreibtisch, beim Shoppen (was Patrick zum Beispiel selten macht) und ich stehe ihr den ganzen Tag zum Kuscheln zur Verfügung. Also warum sollte ich es akzeptieren, dass Patrick, der fast den ganzen Tag unterwegs ist und nicht bei Saskia ist, dann so viel Aufmerksamkeit bekommt, wenn er nach Hause kommt. Das hat der doch gar nicht verdient. Menschen sind da einfach zu blauäugig, deswegen tue ich alles, damit Saskia das auch versteht.“ 

Nehmt es mit Humor, aber ungefähr so stelle ich mir Käses Standpunkt zu diesem Thema vor. Zwei Dinge fallen mir nur noch ein, wo Käse mich mit ärgern kann. Er ist zwar ein Hütehund, findet das Jagen aber viel cooler und ist nicht zu stoppen, wenn Katze, Kaninchen und co. wegrennen. Solange die einfach nur da sind und keine hektischen Bewegungen machen, interessiert es ihn nicht, doch sobald sie die Füße in die Hand nehmen, flitzt Käse hinterher. Er lässt sich dann nach einigen Metern, von meinem hysterischen Gebrüll abrufen, trotzdem gewinnt sein Instinkt erstmal. Ein Tier verletzen würde er glaube ich niemals, er sieht das eher als ein Spiel und dreht deswegen auch nach einigen Metern wieder ab.

Der letzte Punkt ist seine Verfressenheit - er würde echt fast alles fressen (durch seine Allergien gegenüber vielen Nahrungsmitteln ist das nicht gut für ihn) und da muss ich echt immer ein Auge drauf haben. Sonst geht es ihm wieder tagelang nicht gut, was ich dringend vermeiden möchte. 

Ansonsten ist er einfach unkompliziert - macht nichts kaputt, kann gut alleine bleiben oder im Auto warten, ist sehr kooperativ beim Tierarzt, Baden und co. macht auch sonst keinen Ärger. 

 

Bevor ich gleich mal zum Ende komme, noch ein paar Worte zum Lieblingsspielzeug. Hunde sind so clever und ich habe es die letzten Jahre genauestens beobachtet. Zu 90% wird ein Spielzeug zu Käses Lieblingsspielzeug, wenn ich es auch besonders toll finde. Eigentlich ganz logisch. Kaufe ich ihm ein neues Spielzeug und finde es super süß oder witzig, dann biete ich ihm das viel euphorischer an. So im Hundemami Style mit hoher Stimme und ganz viel Aktion. So richtig bewusst wurde mir das vor ein paar Monaten. Er hat ein Spielzeug nun schon eine ganze Weile im Einsatz und da es ein Quietschi in Kameraform ist, feiere ich es total. Sobald er das ausgewählt hat, habe ich mich total gefreut und mit ihm eine Runde gespielt. Ein cleverer Hund merkt sich das und immer wenn er Aufmerksamkeit möchte, schleppt er einfach Mamis Lieblingsspielzeug an. 

Über Käse könnte ich noch so viel mehr schreiben, die letzten sechs Jahre haben für viele Erinnerungen gesorgt und er ist wie ein Familienmitglied. Doch so langsam muss ich wirklich zum Ende kommen. Viele eurer Fragen habe ich in diesem Beitrag schon beantwortet, ein paar werde ich euch jetzt noch untereinander weg schreiben.

1. Wie lastet ihr ihn aus, bezüglich seines Herdenschutztriebes? 

    Man kann zwar im Alltag ein bisschen von diesem Trieb, besonders mir gegenüber erahnen, dennoch zeigt er sonst kein Hüteverhalten. Weder den Pferden, noch sonst wem gegenüber. Er läuft nicht hektisch hin und her um irgendwas zu hüten. Er ist da tatsächlich eher der Jäger. Auch grundsätzlich ist er schnell zufrieden und ausgelastet. Wenn wir spielen ist er mit voller Energie dabei und auch beim Training von Tricks etc. zeigt er sich immer konzentriert, doch sobald die Party vorbei ist, legt er sich irgendwo entspannt hin und könnte da den ganzen Tag verweilen. Er hat aber auch im Stall viel Bewegung. Flitzt durch die Halle, wenn wir alleine sind, wir spielen zwischendurch immer mal wieder mit ihm und wenn wir dann nach Hause kommen, ist er froh, auf die Couch zu können. 

    2. Nimmst du Käse bei Ausritten mit?

    Nein, da mir das immer zu gefährlich ist. Meistens reiten wir in Gebieten, wo entweder viele andere Hunde Spazieren gehen oder wo viel Wild läuft. Ich möchte mich beim Ausreiten auf die Pferde konzentrieren und nicht Gefahr laufen, dass sich Käse mit einem anderen Hund streitet und ich nicht eingreifen kann. Wir gehen dann ohne Pferde gerne in den Wald oder am Strand der Weser laufen.

    3. Warum hat Käse keine Rute mehr?

    Leider gehörte für die amerikanische Züchterin das kupieren seiner Rute zum Schönheitsideal / zur Tradition dieser Rasse. Mir wurde, so wie ich mich erinnern kann, gesagt, dass er kupiert wurde und es nicht angeboren sei.

    Ich kann nicht sagen, ob es allgemein in ganz Amerika für diese Rasse so gilt und praktiziert wird, habe dazu jedoch ein paar Infos gesammelt. 

    “Die natürliche oder kupierte Stummelrute ist ein charakteristisches Merkmal beim Aussie” - dieses Zitat habe ich auf einer Webseite gefunden, die ich euch HIER verlinkt habe. Das kupieren der Rute bei dieser Rasse, ist auf den Einsatz von Hüte- und Arbeitshunden zurück zuführen. Mit einer langen Rute kann es zu Verletzungen bei der Arbeit am Vieh kommen. Außerdem sei es auch aus hygienischen Gründen von Vorteil, weil kein Dreck in der Rute hängen bleiben kann. Wir kennen die Aussies und ähnliche Rassen fast ausschließlich mit langer Rute und daher war es auch für mich erst ein komischer Anblick. Nach kurzer Zeit fiel mir das gar nicht mehr auf. Dennoch tut es mir leid, dass er keine Rute mehr hat. Ihm fehlt ein Kommunikationsorgan und zusätzlich dient die Rute dazu den Hund in Bewegung zu stabilisieren. 

    4. Wie viele Halsbänder hat Käse?

    Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht. Es sind aber ein paar, vielleicht so um die 15?! Kleiner FunFact: Käse hat selten ein Halsband um, da ihm sonst das Fell so schnell verfilzt. Ich habe aber immer Halsband und Leine dabei, falls wir es brauchen.

    5. Was mag Käse besonders gerne?

    Er liebt es am Wasser zu sein. Zwar ist er keine Wasserratte, am Strand lang flitzen, ist jedoch das Größte für ihn.  

    Mir hat es richtig Freude gemacht, euch so ausgiebig von Käse zu erzählen und eure Fragen über ihn zu beantworten. Viele Fotos in diesem Beitrag habe ich noch nie hochgeladen und zeigen euch Käse in den ersten Monaten/Jahren bei uns.  

    Hat euch dieser Blogpost gefallen? Soll ich euch wieder regelmäßiger schreiben? Dann lasst es mich gerne wissen und schreibt mir bei Instagram @biniebo oder hier in den Kommentare.

     

    Bis dahin! Eure Saskia 

    2 Kommentare

    • Hallo, mich hat es mega gefreut diese ausführliche Beschreibung zu lesen. Das ist dann doch nochmal etwas anderes wie Instagram. Zwischendurch musste ich schmunzeln weil es mich so an unsere 2 (beide 1/2 Jahr alte goldi brüder)Hunde erinnert hat. Ich hoffe, dass wir 3 ein ähnlich gutes Team werden wie ihr 2. Ich hoffe, dass Käse noch lange an deiner Seite bleiben kann, ihr noch viel erlebt und noch viel Spaß miteinander haben könnt.
      liebe Grüße

      Melissa
    • Hallo Saskia, das war so toll mal was von Käse zu hören und ich habe schon immer nicht gewusst das er keine Rute mehr hat. Mir ist das gar nicht aufgefallen, weil er so viel Fell hat.
      Liebe Grüße

      Nelea

    Hinterlassen Sie einen Kommentar